Reise blog von Travellerspoint

8. Eine Woche der Kultur

hallo ihr Lieben,

die letzte Woche hab ich wahrlich viel für mein Studium der Kulturwissenschaften getan - ich habe mich der Kultur gewidmet! und zwar in de unterschiedlichsten Formen...

Outdoorkultur
Der Begriff umschreibt ganz gut die Vorliebe der Franzosen, sich beim ersten Sonnenstrahl im Freien aufzuhalten und die frische Luft und Geselligkeit zu genießen. Bei kühleren Temperaturen behelfen sie sich mit Wintergärten und beheizten Terrassen in den Cafés, aber sobald die Temperatur den Gefrierpunkt übersteigt gibt es kein Halten. Ich habe mich guten Willens angeschlossen und bei kaltem klaren Wetter den "Jardin de Luxembourg" als Ort meiner Lektüre für die Uni erkoren - immerhin 1 1/2 Stunden, dann bin ich fröstelnd den Rückzug angetreten.

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Der Jardin de Luxembourg

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Ob der Wächter nun den Senat oder das perfekt gepflegte Blumenbeet schützt...?

Partykultur
Dass wir Erasmusstudenten eigentlich nur Party machen, sagt man uns ja gerne nach... nun gut, das Feiern gehört schon irgendwie zur Kultur des Studentenaustausches! Da ich glücklicherweise einen alternativen Bahnhof in Sèvres entdeckt habe, der mich nicht nur direkt nach Paris-Montparnasse bringt sonder sogar von Nachtbussen frequentiert wird, habe ich hinsichtlich meiner nächtlichen Aktivitäten ganz neue Möglichkeiten.... und diese hab ich auch gleich genutzt. Ja, natürlich auf einer Erasmusparty....

Museumskultur
Ok, kommen wir nun zur etwas klassischeren Kultur... Bilder! Ich könnte wahrscheinlich jeden Tag in ein anderes Museum in Paris gehen und hätte bei meiner Abreise noch immer nicht alles gesehen... also muss man Prioritäten setzen! Und letztes Wochenende hieß die Priorität Musée d'Orsay, vor allem weil ich die französischen Impressionisten so gern mag... Cézanne, Monet, Gaugin, Renoir... dort waren sie alle vertreten :-)

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Die Seine und das Musée d'Orsay

Streikkultur
Die ist wahrlich recht ausgeprägt in Frankreich. Nach wie vor dauert der Streik der Professoren offiziell an und man wartet immer mal wieder vergebens auf einen Professor, aber immerhin habe ich jeden meiner Kurse mittlerweile mindestens einmal gehabt! (in vier Wochen). Was mir eher Sorge macht ist die Tatsache, dass in den nächsten Wochen alle Professoren versuchen werden den verpassten Stoff nachzuholen und Zusatztermine ansetzen....

Kinokultur
Die ist hier glückicherweise auch ganz gut entwickelt! Zurzeit findet hier das "Festival du cinéma du réel" statt, ein Festival der Dokumentarfilme. Ich habe mit ein paar anderen Leuten vom Club de Jeunes den Film "Cité des Roms" über die Zigeuner in Bulgarien angesehen und anschließend mit ihnen über den wirklich bewegenden und gut gemachten Fim diskutiert.
Außerdem habe ich das Glück, dass der Partner meiner Vermieterin in der Filmindustrie arbeitet - so konnte ich kostenlos mit zu Premiere von "Duplicity" in Paris - ich wollte immer schon mal über einen roten Teppich laufen während eine ganze Menschenmenge drumherum steht und zusieht.... die haben natürlich nicht auf mich, sondern auf Julia Roberts und Clive Owen gewartet. Aber ehrlich, deren Besuch war nur kurz und wirklich unspektakulär.

So, ich bin gespannt welche Kulturen ich in der nächsten Woche so entdecke, ;-)

fühlt euch gedrückt,

eure Roni

Eingestellt von Roni_Paris 14:02 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (0)

7. Kaffee, Uni, Sonnenschein.

und was sonst noch so in den letzten Tagen los war

Hallo ihr Lieben,

hier ein paar aktuelle Eindrücke aus dem Leben in der Hauptstadt:

Paris ist anstrengend wenn....
...man versucht, sich als Erasmus Student in das französische Hochschulsystem einzufinden. Mittwochs z.B. habe ich drei Kurse - jeder 3 Stunden, das macht also 9 Stunden Unterricht! Der letzte geht bis 20:30 und ich hatte arge Schwierigkeiten, dem Professor zu folgen - was ich zunächst auf meine Französischkenntisse zurückführte. Bis mir meine französischen Kommilitonen sagten, ich solle mich nicht sorgen, es ginge ihnen da ganz ähnlich...
Ein bisschen zu schaffen machen mir auch die wissenschaftlichen Texte, die die Dozenten gern großzügig verteilen - auch wenn sie ihren Unterricht nicht durchführen. Offiziell wird hier nämlich immernoch gegen die Hochschulreform gestreikt, so dass einige Professoren ihre Kurse nach wie vor nicht durchführen.

Paris ist kulinarisch, wenn...
... man auf die Landwirtschaftsmesse geht! Der "Salon de l'Agriculture" hatte seine Tore 9 Tage geöffnet und lockte zahlreiche Besucher mit Tieren, Maschinen sowie regionalen und internationalen Spezialitäten. Ich war mit Melanie dort und wir haben uns tapfer durch die Menschenmengen geboxt! Für mich war es die Enteckungen der Küche der Provence, der Bretagne und anderer Regionen, ohne dort zu sein: wir ließen uns keine Kostprobe von Käse, Wein, Schinken oder Wurst entgehen und bummelten den ganzen Tag durch die Hallen, in denen sich der Geruch von Tieren und Speisen mit den Ansage der Moderatoren und den Germurmel der Besucher zu einem bunten Durcheinander vermischten. Abends waren wir fast zu müde, um die Rückfahrt per Fahhrad - 40 min durch die Stadt - anzutreten... (Fotos in der Galerie)

Paris ist umständlich, wenn....
...man ein Konto eröffnen möchte! Aber nach zahlreichen Dokumenten, langem Warten sowie der Anforderung diverser Passwörter und Aktivierungscodes per Post habe ich es geschafft: ich habe eine funktionierende Bankkarte (ja, das hab ich sicherheitshalber gleich getestet....), Zugang zu Internetbanking und ein Scheckbuch - Schecks sind in Frankreich nämlich groß in Mode.
...der Dozent für "Mediensoziologie" einem 3 Wochen nach Semesterbeginn sagt, er hat den Kursinhalt geändert und behandetl nun stattdessen "Fernsehjournalismus". Das ist ja auch ganz interessant, aber ich bin mal gespannt was meine Universität in Lüneburg dazu meint- kurz gesagt, ob ich mir den Kurs dann immernoch anrechnen lassen kann...
...man zur Rush Hour ein U-Bahnticket kaufen möchte: Nachdem der erste Automat weder Münzen noch meine deutsche Visakarte akzeptierte brach der zweite wiederholt den Vorgang ab und erst beim dritten hatte ich Glück. Wohlgemerkt habe ich bei jedem Automat 10 min angestanden - richtig, das macht 30 min. für den Fahrscheinkauf, mit dem Tiefkühlgemüse in der Einkaufstasche. Da kam dann doch eine gewisse "deutsche Ungeduld" in mir auf....

Paris ist wunderschön, wenn...
...die Sonne scheint. So wie heute. Dann wirkt die Stadt so freundlich und lebendig, dass man den ganzen Tag durch ihre Straßen bummeln möchte. Das habe ich auch für ein paar Schnappschüsse vom Büroviertel "La Défense" genutzt, wo ich täglich umsteige (siehe Galerie).
...man mit ein paar Kommilitonen spontan in die Stadt fährt, einfach nur um einen Kaffee trinken zu gehen, und alle anderen Pläne und Verpflichtungen für den Nachmittag über den Haufen wirft um die Unterhaltung, die Geselligkeit und den Ausblick von der Dachterrasse der eleganten Einkaufspassage Lafayette zu genießen...

Liebste Grüße in die Heimat und in die Welt,

eure Roni

Eingestellt von Roni_Paris 06:47 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (0)

6. Urlaub in der Normandie

Oder die Erkundung der Region von Cidre, Calvados und Camenbert

hallo ihr Lieben,

Fünf Tage in der Normandie - das war eine Reise auf den Spuren gotischer Architekten, impressionistischer Maler, aber vor allem der jüngeren deutsch-französischen Geschichte, denn die Normandie war Schauplatz der Invasion der Nationalsozialisten und Landung der Alliierten, so stößt man vielerorts auf Denkmäler, Friedhöfe und Museen, die sich mit Krieg und Frieden auseinandersetzen. Wenn man an diesen Orten in sich geht hat man das Gefühl, der Vergangenheit ein Stück näher zu sein.
Und es war eine Reise der Fußmärsche! Die beste Art der Erkundung sind schließlich immer noch die eigenen zwei Beine - ich bin so geschafft dass ich erstmal Urlaub vom Urlaub vertragen könnte :-).

Tag 1 - Rouen
In die Hauptstadt der Normandie mit ihren vielen kleinen Gassen von bunten, schiefen und verwinkelten Fachwerkhäusern hab ich mich sofort verliebt! Bei meiner Ankunft hielt ich es allerdings für ein verschlafenenes Nest: alle Geschäfte hatten geschlossen und nicht einmal das Hotel war offen um den Rucksack abzustellen...
Als die Stadt ab 14:00 auf einmal zu geschäftigem Treiben erwachte wurde mir klar, dass es sich lediglich um die französische Siesta zu Mittagszeit gehandelt hatte!
In Rouen hat die Johanna von Orleans ihre letzten Tage verbracht und wurde auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. In dem ihr gewidmeten Museum erfuhr ich dann auch, dass die Deutschen einen etwas "merkwürdigen" Sinn für Romantik haben, so dass sie das einizige Volk sind was die Jungfrau als Kriegerin darstellte - diese Behauptung wurde natürlich mit entsprechenden Zeichnungen untermauert.

Tag 2 - Le Havre und Etretat
Le Havre wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und von einem betonliebenden Architekten neu konzipiert - warum das heute zum Weltkulturerbe gehört ist mir unverständlich. Der einzigen Charme, der die Stadt auszeichnet, ist der Flair des Hafens: Möwengeschrei, Wind, Sportboote und der Geruch von Salz und Meer in der Luft...
Daher war mein ursprünglicher Plan, den halben Tag in Etretat zu verbringen, ein kleiner idyllischer Küstenort mit einen malerischen Altstadt und beeindruckenden Felsformationen. Der Plan ging leider nicht auf, da die Busse nicht vom vorgesehenen Ort abfuhren, so dass ich statt mittags erst am frühen Abend loskam. Da reichte die Zeit grade noch um die Felsküste hinaufzusteigen, einmal tief durchzuatmen, sich um 360° zu drehen und auf den Auslöser der Kamera zu drücken, um dann zur Bushaltestelle zu eilen, wo der letzte Bus zurück nach Le Havre bereits wartete...

Tag 3 - Honfleur
Honfleur hat das Glück, nicht im Krieg zerstört worden zu sein - so ist die schöne Altstadt mit kleinen Gassen und malerischen Fassaden erhalten geblieben. Es ist die Stadt der Künstler, der Gallerien und Ateliers: Claude Monet und sein Lehrer Boudin haben hier immer wieder ihre Eindrücke in impressionistische Bilder umgestetzt, und noch immer bieten an jeder Ecke Maler ihre Bilder feil.
Vom Hügel aus hat man einen tollen Blick auf die Pont de Normandie sowie Le Havre auf der anderen Seite der Seinemündung - bei diesen tollen Aussichten spielte sogar das Wetter mit und schenkte mir einen blauen Himmel und einen leichten Sonnenbrand auf der Nase.
Mit ein paar anderern Eramsusstudenten, die ich am Vortag getroffen hatte, unternahm ich eine Bootstour, um die Pont de Normandie aus der Nähe zu bewundern - eine wahrliche beeindruckende Brücke, welche die Seine nahe ihrer Mündung überspannt und in Europa nicht ihresgleichen hat.

Tag 4 - Caen
Caen ist mir als Stadt der Bauwerke in Erinnerung geblieben - hier habe ich den alten Palast mitten im Zentrum besichtigt sowie zwei Klöster, außerdem gibt es wirklich an jeder Ecke eine Kirche. Würde ein Preis für die größte Dichte von sakralen Bauwerken verliehen werden, so wäre Caen sicher ganz weit vorne im Wettbewerb. Das eigentlich schöne an den Gebäuden ist aber ihr Material: der "Stein von Caen" hat eine wunderbar helle, beige, fast gelbliche Farbe, die sogar von der Luftverschmutzung unbeschadet bleibt.
Ein weiterer Höhepunkt war das Memorial, eine wirklich gut eingerichtete Gedenkstätte zu Krieg und Frieden. Zwar steht der zweite Weltkrieg und vor allem die deutsch-französische Konfrontation hier im Vordergrund, doch wird er in den gesamtgeschichtlichen Kontext bis zum Ende des kalten Krieges eingeordnet und legt den Schwerpunkt auf die Opfer auf allen Seiten, anstatt mit erhobebem Finger den Moralapostel zu miemen.

Tag 5 - Bayeux
In der beschaulichen Stadt Bayeux bin ich noch einige Stunden umhergebummelt, ehe es zurück in das riesige Moloch Paris ging. Der Ort ist bekannt für Stickerei, Spitze und beherbergt "La Tapisserie", einen 70m langen Wandteppich, der in 58 Bildern die Eroberung Englands darstellt - quasi ein 1.000 Jahre alter Comic!

So meine Lieben, das waren ein paar Eindrücke aus dem Land des Cidre, Calvados und Camenbert, eine Auswahl an Fotos findet ihr in der Gallerie.

Danke für euer Interesse,

eure Roni

Eingestellt von Roni_Paris 16:10 Archiviert in Frankreich Tagged backpacking Kommentare (0)

5.Paris von G bis L

Hallo ihr Lieben,
wie versprochen hier die Fortsetzung:

G wie guter Geschmack
Über den lässt sich streiten. Auf jeden Fall, was Mode betrifft. Paris gilt ja als die Hochburg der Haute Couture, aber so ganz überzeugt bin ich noch nicht... Aufgefallen ist mir bisher lediglich, dass die Damen gerne ihre Pelzmäntel spazieren tragen, und auch für junge Leute meines Alters scheint diese Kleidung nicht verpönt zusein.

H wie "Hilfe!"
Das war mein erster Gedanke, als ich mit meinem Kinderfahhrad auf den Straßen von Paris unterwegs war - Fahrradwege gibt es hier nämlich nicht! Auf der Straße sollte man allerdings nur fahren, wenn man von den Autofahrern keine Rücksicht erwartet und selbst auf sich aufpasst.... und sonst heißt es halt: ausweichen auf den Fußweg! Darüber hat sich bisher zumindest keiner beschwert....

I wie Internationaler Club junger Leute
Oder "Club International des Jeunes à Paris" - das ist eine Organisation, die den Austausch junger Franzosen und Ausländer fördern möchte und dafür viele Veranstaltungen organisiert. Ich bin beigetreten und habe gestern an der ersten Aktivität teilgenommen: eine geführte Besichtigung des Stadiums "Stade de France". Das war, zugegebernermaßen, weitaus interessanter als ich erwartet hatte! Neben der Besichtigung der Umkleideräume, des Rasens und sonstiger verwinkelter Gänge im Inneren des Gebäudes wurden wir über den Bau und die wichtigsten Ereignisse im Stadium aufgeklärt, und natürlich wurde auch mit ein paar beeindruckendes Fakten aufgewartet, z.B. dass das Dach 1 1/2 mal so viel wiegt wie der Eiffelturm und eine Oberfläche hat, die so groß wie die Champs Élysées ist.... (Fotos in der Gallerie)

J wie Juchhu - ab in die Normandie!
Und zwar ab morgen, bin noch fleißig am planen.... Ich werde mir ein paar Orte anschauen, wie Rouen, Caen, le Havre... aber mehr schreib ich dann nächstes Wochenende, wenn ich wiederkomme. Bin schon gespannt!

K wie Kommunikation
Gestern war ich auf einem "Polyglot-Treffen", dort kommen Leute zusammen die Lust haben ihre Sprachkenntnisse zu erweitern und anzuwenden. In einem Cafe gab es für jede Sprache einen Tisch, und ich habe den Abend mal wieder damit verbracht zwischen allen möglichen Sprachen zu wechseln - und natürlich jede Menge interessante Leute kennenzulernen! Nachher war ich richtig müde vom Reden...

L wie Louvre
Das wohl bekannteste Museum überhaupt ist freitags Abends für Studenten kostenlos - das haben ein Bekannter und ich natürlich gleich ausgenutzt und sind fast vier Stunden durch verschiedenen Gänge und Säle geschlendert, die zum Teil wirklich prächtig mit Marmor, Stuck und Gold ausgestattet sind, das Museum selbst lohnt schon den Besuch. Besonders schön ist auch der Innenhof mit der Pyramide im Abendlicht (Fotos in der Gallerie).
Aber jetzt kommt's: ich hab die Mona Lisa noch nicht gesehen! Das hatten wir nämlich ganz zum Schluss vor, auf dem Weg dahin (der Louvre ist riesig!) mussten wir wieder durch die Eingangshalle, also quasi die Ausstellung verlassen - woraufhin wir nicht mehr hineingelassen wurden, weil es kurz vor dem Schließen war... aber ich bin sicher mal wieder da! :-)

So, das war's dann erstmal, bis zum nächsten Eintrag!
eure Roni

Eingestellt von Roni_Paris 04:36 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (0)

4. Paris von A bis F

hallo ihr Lieben,
ich kann gar nicht glauben, dass ich erst zwei Wochen hier bin - es kommt mir schon viel länger vor!
Hier kommt das Wichtigste und Interessanteste der letzten Tage in Kürze und - für alle ordnungsliebenden Menschen wie mich - übersichtlich alphabetisch geordnet:

A wie Aufstand
Die Studenten und Dozenten haben den Streik und die Demonstrationen gegen die geplante Reform verlängert. Diese Woche gab es einen Umzug mit einem Sarg über die Uni, indem die Bildung symbolisch zu Grabe getragen wurde. Außerdem hängen überall Plakate die zu Mobilisierung aufrufen und heute stand eine Gruppe von Studenten am Eingang der Uni um in Sprechchören gegen die Bildungspolitik zu wettern. Es gibt aber auch durchaus Studenten, die dem Protest kritisch gegenüberstehen und vom ständigen Unterrichtsausfall genervt sind.

B wie Bekanntschaften
Bekanntschaften ist genau das richtige Wort. Ich habe während meiner Uni- und Sportkurse schon einige nette Franzosen und internationale Studenten kennengelernt und mit ihnen gequatscht. Der Umstand, dass ich sie aber nur einmal die Woche sehe (bzw. wegen der Ferien erstmal zwei Wochen gar nicht) macht es nach wie vor schwierig, die Bekanntschaften zu vertiefen.
Im übrigen sind Franzosen weder generell offen noch verschlossen (was ich beides schon gehört habe...) - vielmehr ist ihr Umgang mit Fremden absolut unterschiedlich, ich bin bisher sowohl eher abweisenden als auch total offenen und neugierigen Menschen begegnet.

C wie Crêpes
...oder auch wahlweise Cidre, denn beides gab es gestern zusammen in der Crêperie Ty Breitz, wo ich mit meiner Mitbewohnerin Melanie und Freunden von ihr hingegangen bin, um die französische Küche zu probieren. Und wenn ihr jetzt an einen kleinen Nachtisch denkt, liegt ihr falsch - mein Crêpes war reichlich mit Käse und Hühnchen belegt und so groß, dass ich vermutlich auch zweimal davon satt geworden wäre. Besonders gut hat mir gefallen, dass man in die Küche schauen und quai bei der Zubereitung des eigenen Crêpe zuschauen kann!

D wie Durcheinander
Irrtümer können anstrengend sein! Z. B. wenn wenn man nicht richtig zuhört und statt den "BOULEVARD de Vaugirard" die "RUE de Vaugirard" aufsucht... und sich dann mit knurrendem Magen erst fragt, warum der Fußweg soweit ist, und dann, warum die Nr. 52 ein Wohnhaus statt eine Crêperie ist - ehe einem dann ein Licht aufgeht. Nun gut, auf diesem Wege hab ich zumindest fast eine Stunde das Viertel Montparnasse durchwandert, was mir zuvor noch gänzlich unbekannt war.

E wie Ernst
Diese Woche wurde es dann tatsächlich ernster mit der Uni, und trotz des offiziell andauernden Streikes haben viele Dozenten ihre Veranstaltungen abgehalten. Ich habe zwar "nur" 7 Veranstaltungen, aber die dauern teilweise drei Stunden - eine wahre Herausforderung für meine Konzentration, denn geschlagene 180 Minuten französischer Frontalunterricht ist doch recht ermüdend. Hinzu kommt, dass für die Veranstaltungen sowohl ein Referat als auch eine Klausur anfallen, um den Kurs erfolgreich zu absolvieren. Ich habe momentan einen Stapel französischer, wissenschaftlicher Texte neben mir liegen, die nur darauf warten gelesen zu werden...

F wie Ferien
Aber nun zum Angenehmen: nächste Woche sind 7 Tage Winterferien! Mal schauen wo es mich hinzieht, vielleicht fahre ich spontan ein paar Tage weg um weitere französische Städte zu besichtigen..... genaueres ist noch nicht geplant, aber ich halte euch auf dem Laufenden! Dann sind auch sicher wieder ein paar neue Fotos dabei.

Wie es weitergeht - Paris von G bis K - erfahrt ihr in der nächsten Folge!
eure Roni

Eingestellt von Roni_Paris 02:53 Archiviert in Frankreich Tagged living_abroad Kommentare (0)

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